Ein Sonntag in Budapest – Streetfotografie bei grauem Winterlicht



Normalerweise fahren mein bester Freund und ich im Jänner oder Februar für einen Tag zum Planespotting nach Salzburg. Das ist meist die beste Zeit, um im Winterflugplan möglichst viel Verkehr zu erwischen.
Dieses Mal wollte sich die richtige Stimmung dafür aber nicht einstellen. Also waren wir auf der Suche nach einer Alternative.
Die Kriterien waren schnell klar: Die Anreise durfte nicht wesentlich länger dauern als nach Salzburg und das Ziel musste öffentlich gut erreichbar sein. Budapest war dann relativ schnell im Kopf. In etwa gleich weit weg, unkompliziert mit dem Zug erreichbar – und fotografisch schon lange interessant für mich.
Ohne großen Plan losgezogen – Streetfotografie in Budapest



Wir waren nur einen Tag in Budapest. Kein fixes Programm, keine Liste an Sehenswürdigkeiten.
Ankommen, losgehen, schauen.
Das Wetter war grau, kalt und stellenweise nass. Genau solche Tage funktionieren für mich fotografisch besonders gut. Weniger Ablenkung, weniger Farbe, klarere Strukturen – ideale Bedingungen für ruhige Streetfotografie.
Wiederholung statt Abwechslung – Beobachten statt Suchen







Relativ schnell habe ich gemerkt, dass sich viele Motive wiederholen. Gleise, Haltestellen, Kreuzungen. Vor allem die Straßenbahnen waren ständig präsent und haben den Rhythmus der Stadt bestimmt.
Ich bin öfter stehen geblieben, habe gewartet und ähnliche Orte mehrfach fotografiert. Nicht auf der Suche nach möglichst vielen Motiven, sondern nach kleinen Veränderungen im selben Bildraum.
Farbe, die bleibt – Gelbe Straßenbahnen im grauen Stadtbild





Das Gelb der Budapester Straßenbahnen ist mir erst nach einigen Bildern bewusst aufgefallen. Ab da war es kaum mehr zu übersehen.
Es war kein geplantes Konzept. Eher etwas, das sich ergeben hat und den Bildern unauffällig Zusammenhalt gegeben hat – ein visueller Kontrast zum grauen Winterwetter und zur ruhigen Stimmung der Stadt.
Menschen im Alltag – unauffällige Street Moments



Menschen tauchen in vielen Bildern auf, stehen aber selten im Mittelpunkt.
Sie sind Teil der Szene, Teil der Bewegung. Wartend, gehend, verschwindend.
Genau so mag ich Streetfotografie: unaufgeregt, beiläufig, ohne Inszenierung.
Ein Tag reicht – ein fotografischer Spaziergang durch Budapest

Dieser Beitrag zeigt nicht Budapest als Ganzes. Dafür reicht ein Tag nicht.
Er zeigt unseren Sonntag dort.
Ein kurzer Ausflug, viele Schritte zu Fuß, kalte Finger – und Bilder, die sich für mich stimmig anfühlen. Mehr soll es gar nicht sein.
